Die Grenzen der Astrologie
Wie jede Wissenschaft, so kann auch die Astrologie nur Aussagen innerhalb ihres Geltungsbereiches treffen. Sich dieser erkenntnistheoretischen Grenzen bewusst zu sein, ist von allergrößter Wichtigkeit für jeden ausübenden Astrologen. So heißt es im Thesenpapier astrologischer Vereinigungen:
„Für alle astrologischen Aussagen gilt, dass sie auf ‚Strukturentsprechungen’ beruhen. Die Verwirklichung jeder Struktur ist vielfältig denkbar. … Im Bewusstsein dieses Unterschieds zwischen Struktur und Verwirklichung löst sich der Scheinwiderspruch zwischen ‚Willensfreiheit und Determiniertheit’: Unsere Struktur ist determiniert, in ihrer Entfaltung aber sind wir frei“
Für die Deutung eines Geburtshoroskops und die astrologische Praxis ergeben sich dadurch klare Aussagegrenzen.
"Wir kennen aus dem Horoskop weder das Geschlecht, noch die Erbmasse und die soziale Situation eines Menschen, sein familiäres Umfeld und seine Biographie, zumindest heute noch nur sehr begrenzt. Wir befinden uns damit in einer ähnlichen Situation wie bei der Traumdeutung... der Psychotherapeut verbliebe in seiner Deutung eines Traumes im Typischen und Allgemeingültigen ohne die Einfälle des Träumers selbst zu seinem Traum. Erst diese lassen gleichsam die ‚Erdung’, die individuelle Konkretisierung und die Beziehung des Traumes zur aktuellen Situation des Träumers herstellen und verstehen." (2)
Die moderne Astrologie kennt diese Grenzen ihrer Aussagefähigkeit und verpflichtet die praktizierenden Astrologen diese anzuerkennen und verantwortungsvoll mit ihrem Wissen umzugehen.
Siehe auch ethische Selbstverpflichtung des Deutschen-Astrologen-Verbands (DAV)
(1) Thesenpapier astrologischer Vereinigungen, zitiert nach DAV
(2) Fritz Riemann: Lebenshilfe Astrologie, München 1976, S. 65
